Das Inseratenspiel zum Totlachen stellt sich vor:
Bezeichnung: Inseratenspiel zum Totlachen
Hersteller: Klee Verlag
Medientyp: Gesellschaftsspiel
Material: Papier
Erscheinungsjahr: 1920er Jahre
Produktionszeitraum: 1920er Jahre bis 1940er Jahre
Aussehen: Das Cover meiner Schachtel zeigt drei Kinder, zwei Mädchen und einen Jungen, die eine Zeitung lesen. Darüber prangt in gelber Schrift mit roter Umrandung der Titel „Inseratenspiel zum Totlachen“. Im Inneren der Schachtel befinden sich bunte Karten in drei verschiedenen Farben (gelb, grün, rot), die mit unterschiedlichen Texten beschriftet sind.
Spielweise: Gespielt werde ich, indem jeweils ein Kärtchen jeder Farbe gezogen wird, um gemeinsam ein Inserate zu bilden. Die erste, gelbe Karte gibt immer den Grund der Anzeige an (z. B. „Wegen Brandschaden abzugeben“ oder „Segelclub Gutholz sucht“). Die zweite, grüne Karte nennt das betroffene Objekt bzw. die betroffene Person (z. B. „ein Sofa“ oder „staatlich geprüfte Lehrerin“). Die dritte, rote Karte ordnet dem Objekt/der Person Attribute zu (z. B. „fast wie neu“ oder „die nicht beißt“). So entsteht zum Beispiel das Inserat: „Segelclub Gutholz sucht – staatlich geprüfte Lehrerin – die nicht beißt“. Es ist jedoch nicht bekannt, wie genau die einzelnen Karten im Spiel ausgewählt werden und mit wie vielen Personen gespielt wird.
Besonderheiten: Mein Spielprinzip ähnelt dem des Spiels „Exquisite corpse“ (deutsch: köstliche Leiche), das in den 1920er Jahren im französischen Surrealismus entstand. Hierbei zeichnen oder schreiben die Spieler abwechselnd auf einem Blatt Papier, ohne das vorherige Bild oder den Text zu sehen. Zum Schluss wird das Blatt aufgeklappt, um das Gesamtbild oder den zusammengefügten Text zu enthüllen, der aus den unabhängig voneinander erstellten Teilen besteht
Die 1920er Jahre: Zu Beginn der 1920er Jahre waren in Deutschland die Folgen des Ersten Weltkriegs deutlich zu spüren: Arbeitslosigkeit, Hunger und Inflation gehörten zum Alltag. Erst ab 1924 begann mit den sogenannten „Goldenen Zwanzigern“ der wirtschaftliche und kulturelle Aufschwung. Diese Blütezeit dauerte bis zum Jahr 1929 als die Weltwirtschaftskrise, nicht nur das Ende des Jahrzehnts, sondern auch das Ende des Wohlstands einläutete.
Die Goldenen Zwanziger
Die Goldenen Zwanziger bezeichnen eine Zeit zwischen der Einführung der Rentenmark im Jahr 1924 und der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929. Die neue Währung stoppte die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg und trug zur relativen wirtschaftlichen Erholung Deutschlands bei. Dies führte zu einem Anstieg des Lebensstandards vieler Menschen und läutete eine neue Ära der Kunst, Kultur und Wissenschaft ein. Zu den neuen Freizeitaktivitäten gehörten ab sofort Besuche von Kinos, Theatern und Konzerten. Ebenso erlebten neue Medien wie der Rundfunk einen rasanten Aufschwung und trugen zur Verbreitung von Schlagermusik und Tanzstilen wie dem Charleston bei. Es war für viele eine Zeit voller Lebensfreude, Sorglosigkeit und Zuversicht.
Das Spiel „Inseratenspiel zum Totlachen“ folgt mit seiner Spielweise den Prinzipien des Surrealismus. Dies war eine von vielen Kunstszenen, die sich während der Goldenen Zwanzigern entwickelten. Die Bewegung hatte ihren Ursprung in Paris und prägte unter anderem die Malerei, die Literatur und den Film. Bedeutende Künstler waren Max Ernst, Salvador Dalí und Joan Miró. Der Begriff Surrealismus kommt von dem französischen Wort „surréalisme“ und bedeutet „über dem Realen“. Die Surrealisten stellten in ihren Werken das Absurde, Fantastische und Widersinnige dar. Es wurden verschiedene, oft gegensätzliche Motive, Formen und Farben dargestellt, die nicht zueinander passen und damit ein verfremdetes Bild erzeugten.
Quizfrage Nr. 5:
Welche Kunstrichtung entwickelte sich in den Goldenen Zwanzigern?
A) Romantik (Z)
B) Rokoko (D)
C) Jugendstil (N)
D) Surrealismus (E)
Quellen:
Kunsthaus ARTES: Surrealismus: Woran erkennt man ihn und wie entstand er? | ARTES: in: Kunsthaus ARTES, o. D., https://www.kunsthaus-artes.de/magazin-blog/was-ist-surrealismus/.
Deutsches Patent- und Markenamt: DPMA | Goldene Zwanziger: 1921-1930: in: Deutsches Patent- und Markenamt, 02.02.2023, https://www.dpma.de/dpma/wir_ueber_uns/geschichte/140jahrepatentamtindeutschland/goldenezwanziger1921-1930/index.html.
MDR: So waren die „Goldenen Zwanziger“ wirklich, in: MDR.DE, 10.01.2024, https://www.mdr.de/geschichte/weitere-epochen/weimarer-republik/goldene-zwanziger-babylon-berlin-100.html.
Stiftung Deutsches Historisches Museum: LeMO Das lebendige Museum Online. Weimarer Republik., o. D.c, https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik.html.
Stiftung Deutsches Historisches Museum: LeMO Das lebendige Museum Online. Weimarer Republik. Die Weltwirtschaftskrise, o. D., https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/industrie-und-wirtschaft/weltwirtschaftskrise.html.
The Museum Of Modern Art: Exquisite corpse | MoMA: in: The Museum Of Modern Art, o. D., https://www.moma.org/collection/terms/exquisite-corpse.